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Acht Jahre Heilige Katharina Kasper
Liebe Schwestern,
liebe Freunde unserer Gemeinschaft!
„Viele von uns leben, als wären sie auf einer Autobahn unterwegs: Der Blick ist starr nach vorn gerichtet, die Hände krampfen am Steuer. Das Navigationssystem ruft schon die nächste Abfahrt auf, und zwischen zwei Zielen bleibt kaum Platz fürs Atmen.“ (Ahmad Milad Karimi)
Das kennen wir, nicht wahr? Auch Nichtautofahrer haben das schon mitbekommen. Wir können einmal innehalten, uns Zeit nehmen für Erinnern und Gedenken. Aber: „Sich auf ein wirkliches Erinnern und Gedenken einzulassen, ist in unserer lauten und schnellen Zeit ein großes Wagnis.“ (Eva Nees)
Erinnern Sie sich an den 14. Oktober 2018? Kaum eine von uns wird sich nicht erinnern. Vielleicht waren Sie in Rom. Vielleicht saßen Sie gebannt vor dem Fernseher. Vielleicht waren Sie beim Public Viewing mit anderen Freunden von Katharina zusammen. Wo auch immer Sie den 14. Oktober 2018 verbracht haben – Sie werden noch Papst Franziskus in Erinnerung haben, der der Welt verkündet hat, dass Katharina Kasper aus Dernbach, Deutschland, in die Liste der kanonisierten Heiligen aufgenommen ist.
Erinnern Sie sich noch an den Sonntag danach? An die riesige Prozession, die sich von Dernbach nach Wirges auf den Weg machte? An das feierliche Pontifikalamt mit Bischof Bätzing im Westerwälder Dom? An das große Katharina- Kasper-Fest rund um die Klosterkirche? An die feierliche Vesper mit Video-Übertragung in den Binnenhof? Das Bild der Heiligen, das noch immer an einigen Fenstern prangt, erinnert an dieses Ereignis von vor acht Jahren – übrigens jeden Tag neu.
Was ist geblieben von diesem 14. Oktober 2018? Ganz viel, denke ich.
Der Katharina-Kasper-Gottesdienst ist nach wie vor beliebt und sehr gut besucht. Der Katharina-Kasper-Pilgerweg ruft immer wieder Menschen auf den Weg. Viele Anfragen an uns haben Katharina im Blick. Viele Veranstaltungen thematisieren Katharina und ihre Haltungen und Einstellungen. Katharinas Spuren erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit.
Wenn wir uns wirklich erinnern, wenn wir wirklich gedenken, dann kommen wir an Katharinas Aufforderung nicht vorbei: „Wir beten und bitten besonders täglich den lieben Gott für die Heiligung aller Schwestern. Ist ja dieses doch unser aller Aufgabe, beständig nach derselben zu streben.“ (Brief 206)
Heiligwerden – wie geht das? Katharina selbst gibt da Hinweise: „Die heiligen Gelübde müssen allezeit unser Fundament sein und bleiben.“ (Brief 150) – „… ich höre … dass es Ihnen noch gut geht mit Gott. Das gleiche kann ich auch von hier sagen, wenn wir alles nehmen aus der Hand des Herrn als Mittel zu unserer Heiligung, so wie es von Gott gewollt ist.“ (Brief 73) – „Wir wollen nun den Mut nicht verlieren und den heiligen Willen Gottes in allem erfüllen. Kreuz und Leiden sind ja notwendig zur Heiligung.“ (Brief 16)
Sie wissen ja, dass schon durch die Heilige Schrift die Aufforderung an uns ergeht, die eigene Heiligung anzustreben, uns heiligen zu lassen. (u.a. 1 Petr 1,16) Und wie geht das im Sinne der Heiligen Schrift? „Seht, welche Liebe der Vater uns gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen, und wir sind es. Darum erkennt die Welt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Ihr Lieben, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht zutage getreten, was wir sein werden. Wir wissen aber, dass wir, wenn es zutage tritt, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der solche Hoffnung auf ihn setzt, heiligt sich, so wie jener heilig ist.“ (1 Joh 3,3)
Ist das nicht ein wunderbares Wort? Die Hoffnung auf IHN heiligt uns. Mit der Hoffnung auf IHN und darauf, dass wir IHM gleich sein werden und IHN erkennen, lässt üble Nachrede, Neid und Missgunst und jeden Unfrieden im Keim ersticken. Auf die Hoffnung kommt es an. Die aber ist eine große Herausforderung in dieser „gegenwärtige[n] traurige[n] Zeit“. (Brief 65)
Wir erinnern uns an die Heiligsprechung unserer Katharina. Wir müssen uns daran erinnern, dass „die Heiligung der Schwestern“ ein großes Anliegen unserer Gründerin war.
Denn: „Was kann alles andere nützen. Wir müssen fromm leben und streben, damit wir glücklich in der Zeit und selig in der Ewigkeit werden.“ (Brief 109)
Katharina wünscht uns, auch glücklich in der Zeit zu sein, nicht nur selig in der Ewigkeit. Als Voraussetzung nennt sie: fromm leben und streben …
Ist nicht der Jahrestag der Heiligsprechung unserer Katharina ein schöner Anlass, uns neu auf den Weg zu machen? Ist nicht unser Jubiläumsjahr ein guter Grund, einen neuen Versuch zu starten? „Wir – die Provinzleitung – beten und bitten besonders täglich den lieben Gott für die Heiligung aller Schwestern. Ist ja dieses doch unser aller Aufgabe, beständig nach derselben zu streben.“ (Brief 206)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit Sr. Clementine, Sr. Annemarie, Sr. Benedicta und Sr. Christel einen frohen und gesegneten Festtag, wo auch immer Sie sind. Vielleicht sehen wir uns hier in Dernbach zum Festgottesdienst und zu den „Plaudereien am Kaffeetisch im Himmel“?! Herzliche Einladung.
Bleiben Sie behütet und gesegnet!
Ihre
Sr. M. Theresia Winkelhöfer ADJC
Anmeldung bis zum 01.11.2026:
• sr.theresia@dernbacher.de oder
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• Telefon: 02602 683-190